WUT

ist das Gefuehl, das man am besten so beschreibt:
Das Blut in den Venen kochendheiss fliessen fuehlen, der Blutdruck bei gefuehlten 180/100, kleine boese Funken spruehen aus den Augen und jedes Wort ist eine Messers Schneide. Der Puls klopft an jeder verfuegbaren Stelle und wummert insbesondere an den Schlaefen so stark, dass die duenne Haut darueber zum Zerreissen gespannt ist.
Das Gefuehl in den Fingern, sich gerne um irgendeinen verdorrten, faltigen Hals zu legen und den Augen des Halstraegers beim Hervorquellen zuzuschauen, ist nahezu uebermaechtig.
Phantasien ueber vollstaendig entkleidete Menschen, die auf dem Anwesen einer Kolonie Feuerameisen festgezurrt sind und mit Honig beschmiert der Ankunft der Gastgeber harren und das Vorabgefuehl der Befriedigung bei der Vorstellung allein.
Der zaertliche Blick auf die stahlblitzende Klinge des Ausbeinmessers und das Pruefen der Schaerfe mit den Fingerspitzen bereitet ein wohliges Gefuehl. Immer natuerlich mit der Vorstellung, dass es den Richtigen trifft.
Bekommen Sie jetzt Angst? Keine Sorge, SIE sind nicht gemeint. Sie haben mir nicht rechtzeitig zum Beginn des Wochenendes eine Nachricht ueberbracht, die mich schwanken liess zwischen hysterischem, unglaeubigen Kichern und blankem, kaltem -also jetzt kalt, vorhin kochendheissem- Zorn.
Aber wie ich nun mal bin, lasse ich mich dadurch ja nicht deprimieren. Im Gegenteil. So etwas bringt ganz andere Qualitaeten in mir zum Klingen. Wenn ich mich erstmal ausgetobt habe -und das habe ich jetzt- geht es ans ueberlegte, wohldurchdachte Kalkulieren der weiteren Vorgehensweise und glauben Sie mir, ich kann unglaublich kreativ sein. Und ich habe -was DAS angeht- tatsaechlich Geduld. DAS glauben Sie mir auch. Oder?
Jekylla - 10.08.2007







. Adriana Monk.